Karpaten by Night

Karpaten bei Nacht

Um einen Glanz in Jägeraugen zu bringen braucht es nicht viel mehr als diese Gegend zu erwähnen: „Karpaten“. Auch unser heimisches Bücherregal ist prall gefüllt mit Jagdbüchern, Magazinen und Erzählungen über diese einzigartige Wildnis. Meist sind es spannende Geschichten über heulende Wölfe, knurrende Bären aber vor allem sind es die röhrenden Hirsche welche beschrieben werden.

 

Wildnis soweit das Auge reicht
Wildnis soweit das Auge reicht

Zu unserem Glück sind die Bewohner das krasse Gegenteil dieser rauen und wilden Gegend. Wir sind unterwegs im polnischen Teil des Mittelgebirgszuges und bewundern nicht nur die Natur sondern neben der Gastfreundschaft auch die Herzlichkeit ihrer Bewohner. Jagd gehört hier noch zum Handwerk und ist natürlicher Bestandteil des Seins.

 

Gastfreundschaft und Passion bei der Arbeit
Gastfreundschaft und Passion bei der Arbeit

Leider ist bei unserer Ankunft alles grün, denn der Schnee hat sich in tiefen Matsch verwandelt. Das ist schade hatten wir doch auf spannende Pirschgänge in verschneiter Umgebung gehofft. Statt auf Rotwild zu pirschen werden wir also unser Glück beim Ansitz Schwarzwild versuchen. Die Bedingungen sind alles andere als günstig: Schmuddelwetter, stets wechselnder Wind, wolkenverhangener Himmel, Nebelschwaden. Der einzige Vorteil wird sein das Tarnmuster Desolve von Swedteam testen zu können und natürlich dass anwechselnde Sauen gut zu hören sein werden. Bei einer Matsche welche dir im wahrsten Sinne des Wortes die Schuhe auszieht, kommen auch die Schwarzkittel nicht lautlos an dir vorbei.

 

Perfekt der Umgebung angepasst
Perfekt der Umgebung angepasst

Bereits um 15.00 Uhr bereiten wir uns auf den Abendansitz vor. Die Sauen treten schon früh aus denn auf einer Fläche von fast 65.000 ha gibt es keinen Druck durch Verkehr, Jogger oder Mountainbiker. Alle Einfahrten in dieses Waldgebiet sind durch Schranken verschlossen und das Wild zieht in Ruhe seine Fährten.

 

Diffuses Licht stellt hohe Ansprüche an unseren Nighthunter
Diffuses Licht stellt hohe Ansprüche an unseren Nighthunter

Als wir aufbaumen sind wir ein wenig erstaunt wie komfortabel die Hochsitze gebaut sind und richten es uns gemütlich ein, glauben wir doch an eine lange Nacht. Während allmählich die Dämmerung hereinbricht ergibt sich die Gelegenheit das mitgeführte Fernglas ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Es ist für uns ein ganz besonderes denn vor einigen Wochen haben wir es in der Bayreuther Optikschmiede Steiner selbst zusammengebaut.

(nach zu lesen im Beitrag : Insider bei Steiner Optik)

 

Bequem und äußerst stabil
Bequem und äußerst stabil

Noch bringt uns das Porrofernglas keinen Anblick aber zumindest erkennen wir, dass wir sauber gearbeitet haben bei der Fertigung des Nighthunters. Der im Wald vor uns liegende Wühlacker ist mit allen Umrissen kontrastreich und scharf zu erkennen und eigentlich fehlen nur noch die Hauptdarsteller in dieser Matsche. Kaum zu ende gedacht vernehmen wir ein Knacken im Wald. Jetzt nur keinen Mucks machen und aufsteigendes Jagdfieber ignorieren. Deutlich kommt das Rascheln immer näher und es ist Zeit die Büchse in Voranschlag zu bringen. Während Simone weiter durch das Fernglas beobachtet schalte ich den Leuchtpunkt im Ranger Zielfernrohr ein. „Da, schau mal weiter nach links! Ein Keiler!“ Um in diese Ecke der Freifläche besser sehen zu können rutsche ich wie in Zeitlupe auf meinem Sitzbrett ein wenig herum in der Hoffnung kein Geräusch zu machen. Tatsächlich, jetzt sehe ich ihn auch klar und deutlich. Es ist kein reifer Keiler wie man ihn sich in seinen Träumen erhofft aber auch in dieser Gegend droht die Afrikanische Schweinepest und wir sind  aufgefordert Strecke zu machen. In aller Seelenruhe wühlt die Sau im Matsch und ich warte nur auf den richtigen Moment um einen perfekten Schuss anbringen zu können. Nach einem ausgedehntem Schlammbad beginnt der Keiler im Boden zu brechen und zeigt mir sein Blatt. Jetzt liegt es an mir und ich ziehe den Abzug. Der Angesprochene erhält die Kugel dort wo sie sein soll und nach einigen Sekunden ist er am Anschuss verendet.

 

Die erste Beute ist gemacht
Die erste Beute ist gemacht

Bevor wir abbaumen flüstern wir aufgeregt über das gerade Erlebte und packen leise unsere Sachen. Ich habe den Griff der Hochsitztür schon in der Hand  als ich eine flüchtige Bewegung auf dem Wühlacker wahrnehme. Der Keiler wird doch wohl nicht…? Ein kontrollierender Blick durch das Nighthunter zeigt den erlegten Schwarzkittel verendet am Boden liegen aber das ist nicht das Einzige. Zwei Überläuferbachen queren gerade die Fläche. Jetzt heißt es schnell zu sein. Die bereits entladene Sauer bekommt nochmals eine Patrone in den Lauf, Leuchtpunkt an, Blatt anvisiert und schon kracht es ein zweites Mal an diesem Abend. Waidmannsheil! Keine fünf Meter Flucht ist die Sau gegangen und nun kann abgebaumt werden um zu bergen.

 

Erleichterung und Freude nach der gemachten Beute
Erleichterung und Freude nach der gemachten Beute

Dass wir auch am nächsten Abend mit einem weiteren Keiler Erfolg haben macht diese Jagdreise zu einem unvergesslichem Erlebnis und spätestens jetzt ist klar: Karpaten wir kommen wieder und zwar schon bald! 


Mehr Technik Infos zum Steiner Nighthunter gibt es im Beitrag Optik Test auf der Schwarzwildjagd.